Der Preis der Kategorie “Studierende” ist in diesem Jahr an das Projekt HELP verliehen worden. HELP ist eine mobile Applikation für das I-Phone, die Ersthelfer in Notsituationen unterstützt. Zusätzlich ist ein Lerntool integriert, mit dem man seine Erste Hilfe-Kenntnisse auffrischen kann. Die Applikation wurde von Johannes Prein und Elisabeth Weber im Rahmen eines Praxisprojekts an der Berufsakademie Ravensburg entwickelt.
Beide haben mir ein paar Fragen zum Projekt beantwortet:
Was ist HELP?
HELP ist ein Erste Hilfe-Programm, das in erster Linie auf dem Mobiltelefon Anwendung finden soll.
In zwei separat voneinander installierbaren Tools erhält der Anwender zum einen direkte Anweisungen zur Behandlung eines Patienten im Notfall, und zum anderen werden ihm in einer Lernanwendung Inhalte der Ersten Hilfe und zusätzliches Wissen zu kleineren Alltagsunfällen vermittelt. Ein drittes Tool, welches lediglich für Ärzte und Sanitäter zugänglich sein soll, bietet die Möglichkeit diesen Personenkreis anhand ihres Standortes (per GPS) zu alarmieren.
Was ist das Besondere an HELP?
Das Mobiltelefon ist zu einem gut vertrauten Alltagsgegenstand geworden. Speziell die neuen Technologien des iPhones, wie das Abspielen von Videos auf einem verhältnismäßig großen Screen und die Multitouch-Oberfläche, ermöglichen eine ganz neue Art der Interaktion und Wissensvermittlung. Dies erhöht nicht nur die Lernbereitschaft, sondern fördert auch nachhaltiges Wissen.
In einem Notfall befindet man sich in einer extremen Stresssituation. Die bei vielen Menschen sehr geringen Erste Hilfe-Kenntnisse können aufgrund der nervlichen Anspannung nur schwer in Erinnerung gerufen werden.
Das Notfalltool der HELP-Applikation besteht, neben einer Notruffunktion und Positionsortung des zuständigen Krankenwagens, aus einer eindeutigen und leicht verständlichen Ja-Nein-Frageliste, die systematisch den Zustand des Patienten abfragt und Anleitung zur Hilfestellung gibt.
In stressfreien Situationen, wie z.B einer Mittagspause, Abends im Bett oder im Zug, kann man sein Wissen innerhalb des Lerntools selbst strukturieren, testen und erhält direktes Feedback über den aktuellen Wissensstand und eventuelle Defizite vom sympathischen Doktor. In „verdaulichen Häppchen“ wird dem Anwender das Wissen nicht nur in Form von Texten, sondern auch per Audio und Videos, beispielweise in Tutorials, vermittelt.
Warum habt Ihr HELP ins Leben gerufen?
An der BA Ravensburg gibt es jedes Semester eine Auswahl an kulturell und gesellschaftlich interessanten Projektthemen, derer sich die Studenten annehmen. Die Dozenten legen besonderen Wert auf die Auseinandersetzung mit unserer Umwelt, von daher bot sich ein Thema wie dieses, mit besonderem gesellschaftlichen Mehrwert, geradezu an. So entstand im letzten Semester das HELP-Projekt. Ziel der HELP-Applikation soll sein, Wissensdefizite von Ersthelfern auszugleichen, zur Auseinandersetzung mit Erste Hilfe-Grundlagen animieren und zur aktiven Hilfeleistung motivieren.
Ein bisschen Spaß soll es natürlich auch machen.
Wie sieht die Zukunft des Projekts aus?
Unser Wunsch ist es, HELP Leben einzuhauchen. Hierfür hoffen wir einen kompetenten Partner zu finden. Bei der Learntec hatten wir bereits regen Zuspruch von diversen Firmen. Vielleicht wird sich daraus eine Zusammenarbeit ergeben und Ihr könnt HELP in Zukunft zum Beispiel im AppStore runterladen.


Kommentar von Tim Krischak
3 27. Januar 2011, 10:38 Uhr |
Die Jury scheint das Konzept überzeugt zu haben. Ich fand zum Beispiel die Möglichkeiten des mobilen Einsatzes interessant.
Kommentar von Roland Rinslauf
2 7. Januar 2011, 00:37 Uhr |
Als ich als Teilnehmer dieses Wettbewerbes kann nicht verstehen wie so ein Konzept den ersten Platz gewinnen kann! Da gab es, neben meiner Arbeit versteht sich, wesentlich interesanteres!
Kommentar von Johannes Prein
1 2. März 2009, 23:44 Uhr |
Unter folgender Adresse kann man mehr über das Projekt erfahren: http://www.ellijot.de