Dr. Marco DanischDer Sonderpreis für etablierte E-learning Anbieter und Anwender ging an ein Projekt der Universität Gießen.

Prof. Jürgen Schwier und Dr. Marco Danisch wurden für “Web 2.0 in der Sportwissenschaft” mit dem D-ELINA 2009 ausgezeichnet.

In dem Projekt wird Videopodcasting zur Darstellung und Nutzung von good practice in der Lehrerausbildung eingesetzt.

Ich hatte die Gelegenheit Dr. Marco Danisch ein paar Fragen zu dem Projekt zu stellen.

Herr Dr. Danisch , was ist “Web 2.0 in der Sportwissenschaft”?

Dr. Marco Danisch: Das „Web 2.0 in der Sportwissenschaft“ ist ein Förderprojekt, das wir mit Unterstützung der Multimedia Initiative Hessen und der Firma T-Systems durchführen. Inhaltlich versteht es sich als einen Einstieg in die gemeinschaftliche Entwicklung und kostenlose Bereitstellung von Lehr-Lernmaterialien in Form von Videopodcasts sowie deren Nutzung und Einsatz im Bereich des Sports.

Dabei sollen mittelfristig neben der Universität auch Schulen, Vereine und Verbände als potenzielle Nutzer und Mitgestalter erreicht werden. Als Kommunikations- und Distributionsbasis hierfür dient unser Weblog „IfS-SportCasts“, in dem die Podcasts publiziert, diskutiert und abonniert werden können. Dort sollen alle Sportinteressierten aber auch durch zusätzliche Informationen und Hilfestellungen motiviert werden eigene Beiträge zu veröffentlichen.

Web 2.0 in der Sportwissenschaft

Was ist das Besondere an “Web 2.0 in der Sportwissenschaft”?

Dr. Marco Danisch: Das Besondere ist die parallele Anbindung an das universitäre Curriculum in zweifacher Hinsicht. Die produzierten Beiträge sind einerseits für die Einbindung in den eigenen Unterricht gedacht. Auf der anderen Seite gibt es aber auch spezielle Veranstaltungen, in denen Studierende die Podcast-Produktion im Sport erlernen und praktisch umsetzen müssen.

Damit soll sowohl eine nachhaltige Weiterführung des Projektes gewährleistet werden als auch die spätere Weitervermittlung der erworbenen (Medien-)Kompetenzen. Der Großteil unserer Studierenden wird später ja selbst in lehrender Funktion tätig sein und stellt damit einen entsprechend kompetenten Multiplikator für die Schule oder andere Institutionen dar.

Warum wurde “Web 2.0 in der Sportwissenschaft” ins Leben gerufen?

Dr. Marco Danisch: Auch das hat verschiedene Gründe. Ein Hauptgrund ist sicherlich, dass das Lehren und Lernen im Sport sich sehr gut für den unterstützenden dynamischer Unterrichtsmedien eignet. Gleichzeitig wird an unserem Institut sehr viel Wert auf die praktische Präsentation eigener (studentischer) Unterrichtsinhalte gelegt. Daraus ergeben sich interessante Themen, die im Sinne von good practice auf diesem Weg an andere Interessierte weitervermittelt werden können.

Darüber hinaus verstehen wir das Projekt als eine Weiterführung unserer bisherigen E-Learning-Strategie, die in Verbindung mit den oben genannten Gesichts-punkten das veränderte Verständnis des Web 2.0 konsequent umsetzen soll, indem wir aktiv unseren Studierenden den Schritt vom User zum Autor bzw. gehen.

Wird das Angebot von Ihren Studierenden gut angenommen?

Dr. Marco Danisch: Angesichts des bisher ja noch jungen Alters unseres Projektes lassen sich über die Nutzung und den Einsatz der Podcasts im Unterricht selbst noch keine genaueren Aussagen machen. Die Zugriffszahlen in den letzten zwei Monaten mit durchschnittlich 500 Klicks pro Woche weisen aber auf ein hohes Interesse hin. Hier hat sicherlich die Aufnahme in die zwei sportunterrichtsbezogenen Portale sportpädagogik-online.de und sportunterricht.de diesen hohen Zuspruch unterstützt.

Die aktive und produktive Gestaltung an unserem Institut kann auf jeden Fall schon als sehr gut eingeschätzt werden. In Kürze werden die von den Studierenden in unserer Lehrveranstaltung produzierten Podcasts online gehen und auch von Kollegen werden die ersten kreativen Ideen eingebracht, wie es u.a. die beiden bereits publizierten Beiträge zum Gruppenturnen unterstreichen.

Wie sieht die Zukunft des Projekts aus?

Dr. Marco Danisch: Die Fortführung steht im Zeichen einer inhaltlichen und zielgruppenorientierten Ausweitung. Thematisch soll neben den bisherigen Podcasts insbesondere der Gesundheitsbereich erschlossen werden. Hierzu ist z.B. eine Reihe zur bewegungs- und ernährungsbezogenen Unterstützung nach Adipositas-Kuren für Kinder und Jugendliche geplant.

Darüber hinaus soll es möglichst bald mit den ersten Lehrerfortbildungen, zunächst im Land Hessen losgehen, um die in der Schule tätigen Lehrenden zu erreichen. Damit sollen weitere interessante Themengebiete erschlossen und die Hemmschwelle, sich selbst aktiv an der Gestaltung solcher Medienformen zu beteiligen, verringert werden.

Können Sie sich vorstellen das Konzept auf andere Bereiche zu übertragen?

Dr. Marco Danisch: Das ist absolut vorstellbar und liegt auch in unserem Interesse, da es viele interessante Inhaltsbereiche gibt, in denen solche Lehr-Lernmaterialien hilfreich sein können. Allerdings ist dies dann auch an eine entsprechende materielle und finanzielle Unterstützung gekoppelt, um die bisherige Qualität und Unterstützung bei der Podcast-Produktion aufrecht erhalten zu können. Hier sind wir aber dank des D-ELINA-Gewinns sehr zuversichtlich entsprechende Interessenten zu finden.

D-ELINA 2009 Web 2.0 in der Sportwissenschaft

Von Tim Krischak, 2. März 2009, 08:00 Uhr

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