In der Kategorie Studierende wurde das Projekt Mediabird für den D-ELINA 2009 nominiert. „Mediabird“ ist ein Lernsystem, welches Studierenden dabei hilft ihre lernbegleitenden Reflexionen in einen logischen und thematischen Zusammenhang zu bringen. Notizen können sofort festgehalten, verwaltet und mit dem Lernstoff dauerhaft verknüpft werden. Informelles Lernen und Content Sharing werden unterstützt. Am D-ELINA Stand auf der LEARNTEC habe ich Fabian Gebert und Frank Wolf ein paar Fragen zu dem Projekt gestellt.
Was ist “Mediabird”?
Fabian Gebert: Bei Mediabird geht’s darum, gemeinsam zu lernen. Lernende können Notizzettel anlegen und ihren Lernpartnern freigeben. Einzelne Textstellen lassen sich mit Tags versehen, mit denen Probleme und Anmerkungen leicht auffindbar werden. In der Lerngruppe lassen sich nun offene Fragen im Kontext des Stoffes diskutieren, indem sie auftreten.
Die Fragen und Anmerkungen bleiben und können so für z.B. Projektdokumentation oder nachhaltiges Wissensmanagment genutzt werden – sowohl im universitären, als auch im wirtschaftlichen Kontext.
Was ist das Besondere an “Mediabird”?
Frank Wolf: Wir kombinieren erprobte lernpsychologische Methoden mit Web2.0-Technologien und Game-Based-Learning. Durch die kollaborativen Elemente schaffen wir echtes Bottom-Up-Learning, bei dem die Lernenden gleichzeitig Creator sind. Durch die gegenseitige Vergabe von “Daumen” für die Unterstützung bei Verständnis-Problemen ist die Motivation der Teilnehmer deutlich höher als in klassisches Lernszenarien. Bewertungen machen auch erkennbar, welche Inhalte gute Qualität haben.
Wie lässt sich Mediabird im Business-Bereich einsetzen?
Fabian Gebert: Dort gibt es verschiedene Bereiche. Besonders interessiert waren unsere Besucher an der Möglichkeit, mit Mediabird dynamisches Wissensmanagement zu betreiben. Ein Beispiel: Sie haben eine detaillierte Prozessdokumentation erstellt, welche regelmäßig von neuen Mitarbeitern eingesehen wird. Wenn nun Verständnisfragen auftreten, lässt sich die Dokumentation an der betreffenden Stelle taggen und eine Frage mit dem
Tag verknüpfen. Diese kann ein erfahrenerer Mitarbeiter nun beantworten. Das Frage-Antwort-Paar bleibt dauerhaft mit dem Tag verknüpft, sodass bei einem erneuten Auftreten des Problems direkt auf die Lösung
zurückgegriffen werden kann. Dieses Prinzip lässt sich auch auf Trainings-Situationen anwenden.
Warum habt Ihr das Projekt ins Leben gerufen?
Frank Wolf: Ausgangspunkt unseres Projektes Mediabird ist die Erfahrung, dass wir akademische Prüfungen allein auf der Basis von Büchern und Vorlesungsmitschriften nur mit sehr hohem Arbeitsaufwand absolvieren konnten. Dazu waren wichtige Reflexionen des häufig länger zurückliegenden Lernprozesses in der Regeln zwischenzeitlich verlorengegangen und mussten während der Klausurzeit neu erarbeitet werden. Mit Mediabird entfällt dieses Problem, da ich als Lernender meinen Verstehensprozess direkt mit Tags dokumentiere und wiederholbar mache.
Wie sieht die Zukunft des Projekts aus?
Fabian Gebert: Wir kooperieren mit verschiedenen Hochschulen und Bildungsanbietern, um unser Tool weiter zu optimieren. Wir bieten außerdem Support bei der Integration und Anwendung für kommerzielle Anbieter an.
Wie gefällt es Euch am D-ELINA Stand?
Fabian Gebert: Super! Wir haben uns intensiv mit unseren Standkollegen ausgetauscht und über das Lernen der Zukunft diskutiert. Der D-ELAN hat zudem als Publikumsmagnet fungiert.
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