In der Kategorie “junge Berufstätige” wurden Dominik Rodler und Stefan Bures mit paukr nominiert. Paukr ist eine kollaborative Online-Lernplattform, für Schüler, Studenten und Berufstätige, die auf Social Software setzt. Im Interview hat mir Dominik erklärt wie paukr funktioniert:
1) Dominik, Was ist paukr?
Dominik Rodler: „paukr ist eine kollaborative Online-Lernplattform. Unsere Idee: Die Lerninhalte und Prüfungsfragen werden von den Nutzern selbst erstellt. Das funktioniert ganz ähnlich wie bei der Wikipedia: Jeder kann die Sachen bearbeiten, Neues hinzufügen, Fehler berichtigen.
Auf der Plattform fließt aber nicht nur jede Menge Wissen zusammen – paukr sorgt insbesondere dafür, dass die Inhalte dauerhaft gelernt werden. Mit unserem intelligenten Wiederholungsalgorithmus für Prüfungsfragen wird der Stoff dann ganz gezielt abgefragt. paukr analysiert das Lernverhalten des einzelnen Lernenden und der gesamten Lerncommunity und wiederholt gezielt die Fragen, die noch nicht sicher sitzen. Später erinnert das System den Nutzer automatisch daran, dass der Stoff mal wieder aufgefrischt werden sollte. Es sind diese regelmäßigen Wiederholungen, die dafür sorgen, dass wir Wissen nachhaltig abspeichern. Unser Gehirn filtert Informationen eben sehr effektiv wieder aus, wenn sie nicht mehrfach benötigt werden. Und genau da setzt das paukr-Lernsystem an.“
2) Was ist das Besondere an paukr?
Dominik Rodler: „Als Gründer von paukr müsste ich eigentlich ganz frech antworten: ALLES! (lacht). Aber im Ernst: Wir haben uns natürlich viele Gedanken zu unserem Lernsystem gemacht. Drei Dinge möchte ich ganz besonders hervorheben: Erstens sind unsere Inhalte nie statisch, sondern werden immer wieder aktualisiert und weiterentwickelt. Zweitens können unsere Nutzer nicht nur passiv auf die Sachen zugreifen, sondern den Stoff mit sinnvollen Werkzeugen aktiv lernen. Und drittens geht es nicht bloß darum, dass die Nutzer lernen – sondern darum, dass die Nutzer mit Spaß lernen. Das schaffen wir auf paukr mit kleinen Lernspielen und vielen Community-Funktionen.“
3) Wie kam die Idee zu paukr?
Dominik Rodler: „Die paukr-Geschichte muss man eigentlich aus zwei Perspektiven erzählen. Da ist zunächst einmal Wolfram, der zweite Gründer von paukr. Wolfram ist Vater einer ganzen Horde schulpflichtiger Kinder. Und da bekommt man schnell mit, was Schüler nachmittags am liebsten tun: sich in Online-Games tummeln oder durch soziale Netzwerke wühlen. Das Mathebuch ist im Vergleich dazu natürlich weniger spannend. Wolfram hat sich gefragt, ob man die fesselnden Elemente der Onlineangebote – zum Beispiel der Austausch mit Freunden oder der spielerische Wettbewerb – nicht auch auf ein Lernangebot im Internet übertragen könnte.
Und da kam ich dann ins Spiel. Ich war zu dieser Zeit Consultant bei einer Strategieberatung (die Wolfram als Geschäftsführer leitet) und habe mich viel mit dem Thema Wissensmanagement beschäftigt. Es ist so oft passiert, dass jemand unglaublich gutes Material zu einem Projekt zusammengetragen hat – nur um es dann in kleinen gelben Ordnern auf der Festplatte zu horten. Was nützt aber Wissen, wenn es nicht verfügbar ist? Ich wollte eine Verknüpfung herstellen zwischen den Inhalten und demjenigen, der sie erstellt hat. Das lässt sich technisch über eine semantische Wiki lösen: Alle Nutzer können gemeinsam arbeiten und ihr Wissen intelligent vernetzen.
Schnell war klar, dass Wolfram und ich mit diesem System auch ein völlig neues Lernangebot im Internet entwickeln könnten: Eine Plattform, auf der sich Schüler und Studenten vernetzen, gemeinsam lernen und gegeneinander spielen können. Im Juli 2008 haben wir dann die Planet Insider GmbH gegründet. Seither kümmern wir uns um die Entwicklung und Einführung von paukr.
4) Wie gefällt es dir am D-ELINA Stand?
Dominik Rodler: Dass wir auf einer wichtigen Messe wie der LEARNTEC kostenlos präsentieren dürfen, ist natürlich großartig. Dafür gibt es vom ganzen paukr-Team schon mal ein dickes Dankeschön! Und auch sonst haben sich die drei Tage auf jeden Fall gelohnt: Die LEARNTEC zieht viele Fachbesucher an – und das macht die Kontakte, die man knüpft, besonders wertvoll.



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